Buchpräsentation von Dragan Bursać 

Tötet den Wichser

Es gibt Bücher, die aus bloßem Ehrgeiz geschrieben werden. Es gibt Bücher, die aus Bedarf und Notwendigkeit geschrieben werden. Und es gibt Bücher, die geschrieben werden, weil Schweigen zur Mittäterschaft geworden ist.
„Hate Poetry – Tötet den Wichser!“ gehört zu dieser dritten Kategorie.

Dies ist kein Buch über mich und unbekannte Menschen, die drohen. Dies ist ein Buch über die Sprache in der Sprache. Über eine Sprache, die droht, entmenschlicht, Gewalt sexualisiert und den Tod heraufbeschwört, während sie sich zugleich als Meinung ausgibt. Über eine Sprache, die aufgehört hat, ein Mittel der Kommunikation zu sein, und zu einer Technologie der Macht geworden ist. Über eine Sprache, die Feinde, Hierarchien, Lynchjustiz und Schweigen produziert. Alles, was hier aufgeschrieben ist, ist real. Es gibt keine literarische Lizenz, keine Metaphern, keine Fiktion. Hier war Fiktion tatsächlich überflüssig. Hier war die Realität bereits brutal genug.

Für wen ist dieses Buch? Dies ist kein Buch, das Sie vor dem Schlafengehen lesen werden. Dies ist ein Buch, das Sie lesen werden, um aufzuwachen.

Dragan Bursać ist ein bosnisch-herzegowinischer Journalist, Kolumnist und Professor der Philosophie. Er wurde am 27. Oktober 1975 in Bihać geboren. Er besuchte das Gymnasium in Sremska Mitrovica und schloss 2002 sein Studium an der Philosophischen Fakultät in Banja Luka ab. Seit 1998 ist er im Journalismus tätig. Seit 2014 veröffentlicht er Kolumnen für Al Jazeera Balkans, wo er zu einer markanten Stimme des regionalen Journalismus geworden ist. Er ist langjähriger Kolumnist und Mitarbeiter der Portale Radio Sarajevo, Autonomija, Caffe del Montenegro und anderer Medien in der Region. Seit 2021 ist er Mitglied des P.E.N.-Zentrums von Bosnien und Herzegowina. Er lebt und arbeitet in Banja Luka.

Er ist Autor mehrerer Bücher: PTSP Spomenar (2018), Čekajući Dylana Doga u Srebrenici (2022) und Žuta kabanica (2024).

Er ist Träger zahlreicher Auszeichnungen, darunter: der UNICEF-Preis für seinen Beitrag zur Förderung der Kinderrechte (2013), der Srđan-Aleksić-Preis (2014), der Europäische Journalistenpreis (2018), der Preis „Nino Ćatić – Biti Novinar“ (2024), Journalist des Jahres in Bosnien und Herzegowina (2018), Auszeichnungen des NDNV sowie Anerkennungen der Deutschen Assoziation für Südosteuropa. Sein Journalismus zeichnet sich durch Mut, Prinzipientreue und den Kampf für die Wahrheit aus. Er sieht sich regelmäßig Drohungen und Angriffen ausgesetzt, bleibt jedoch standhaft in seiner Mission, grundlegende menschliche und journalistische Werte zu verteidigen.