Guter Mann

Auf der großen Bühne des vollen Akzent-Theaters wurde am 29. September das Kabarettstück „Guter Mann“ unter der Regie von Tamara Antonijević Spasić aufgeführt, während Vesna Stanković, die zusammen mit Ljiljana Blagojević und Branislav Tomašević eine der Rollen interpretierte, für die Dramatisierung verantwortlich war.

Dieses schauspielerische Trio hat das Publikum meisterhaft durch den Zeitraum, in dem die berühmten „Zettel“ von Branislav Nušić, d. h. sein Tagebuch während seiner Haftzeit im Gefängnis in Požarevac, entstanden sind, geführt. Da er den größten Teil seiner Zeit in Einzelhaft verbrachte, verkürzte er seine Zeit, indem er seine Überlegungen über die Lage, in der er sich befand, sowie über politische Umstände in der Welt und in Serbien aufzeichnete. Einige der in dieser Zeit entstandenen Texte haben fast 130 Jahre auf die Aufführung auf der Bühne gewartet und haben die Uraufführung 2018 symbolisch auf der Bühne des Nationaltheaters, in dem Nušić als Leiter und Schriftsteller am meisten amtierte, erlebt.

Zusammen mit den berühmten Versen des Liedes „Zwei Sklaven“, die der junge Nušić 1887 schrieb und für die in der Beziehung des Staates gegenüber einem serbischen Helden die Inspiration fand, wofür er zu zwei Jahren strenger Freiheitsstrafe verurteilt wurde, wurden die noch heute in der serbischen Gesellschaft aktuellen Themen dem Publikum auf interessante und überaus humorvolle Weise vorgestellt.

Wie die meisten Nušićs Werke „zielt“ dieses Stück in der Mitte der serbischen Mentalität, die sich anscheinend seit Hunderten von Jahren nicht ändert. Daher die heutzutage Aktualität dieses und all seiner anderen Texte.

Das Theaterstück ist scharf, satirisch und humorvoll, und das Publikum hatte die Gelegenheit, einige bis jetzt weniger bekannte Details aus dem Leben unseres größten Komödienschreibers zu sehen, aber auch zeitweise, dank alter Fotografien, die das Theaterstück visuell vervollständigten, in die romantischen Zeiten der serbischen Hauptstadt aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert teleportiert zu werden.

Am Ende des Theaterstücks bedankte sich das Publikum den Schauspielern für diesen schönen Abend im Akzent mit einem langen stehenden Applaus.